Compliance-relevante Einstellungen in SecureCloud
đ Ăberblick
SecureCloud bietet zahlreiche Sicherheits- und Compliance-Funktionen, mit denen Sie den Schutz Ihrer Daten gezielt steuern. Diese Anleitung gibt Ihnen einen Ăberblick Ăźber alle relevanten Einstellungen â von Passwortrichtlinien Ăźber Freigabe-Links bis hin zur Protokollierung â und zeigt Ihnen, wie Sie diese konfigurieren.
đ Passwortrichtlinien
PasswĂśrter fĂźr Benutzerkonten
Der Systemadministrator legt Richtlinien fĂźr die PasswĂśrter aller Benutzerkonten fest. Folgende Einstellungen stehen zur VerfĂźgung:
- Mindestlänge: Bestimmen Sie, wie viele Zeichen ein Passwort mindestens haben muss (empfohlen: mindestens 10 Zeichen).
- Komplexitätsanforderungen: Legen Sie fest, wie viele verschiedene Zeichentypen ein Passwort enthalten muss. Die vier Zeichentypen sind: GroĂbuchstaben, Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen. Eine Stufe von â3" bedeutet, dass mindestens drei dieser vier Typen vorkommen mĂźssen.
Empfehlung: Setzen Sie die Passwortstärke auf mindestens Stufe 3, um das automatisierte Durchprobieren von PasswÜrtern deutlich zu erschweren.
PasswĂśrter fĂźr verschlĂźsselte Bibliotheken
Auch fßr die PasswÜrter verschlßsselter Bibliotheken legen Sie eine Mindestlänge fest. Da dieses Passwort die gesamte Ende-zu-Ende-Verschlßsselung absichert und sich bei Verlust nicht wiederherstellen lässt, empfehlen wir eine Mindestlänge von mindestens 12 Zeichen.
Passwort ändern
Alle Personen mit einem SecureCloud-Konto kĂśnnen ihr eigenes Passwort in den Einstellungen ändern. Navigieren Sie dazu Ăźber das Avatar-Icon zu âEinstellungen" und wählen Sie die Option âPasswort ändern". Administratoren setzen PasswĂśrter fĂźr einzelne Konten auch Ăźber das Administrationspanel zurĂźck.
đą Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung schßtzt Konten zusätzlich zum Passwort. Selbst wenn jemand Ihr Passwort kennt, benÜtigt er einen zeitbasierten Code aus einer Authenticator-App, um sich anzumelden.
2FA selbst aktivieren
Jede Person aktiviert 2FA Ăźber die eigenen Einstellungen:
- Klicken Sie auf Ihr Avatar-Icon und wählen Sie âEinstellungen".
- Navigieren Sie zum Abschnitt âZwei-Faktor-Authentifizierung".
- Klicken Sie auf âZwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren".
- Scannen Sie den angezeigten QR-Code mit einer Authenticator-App (z. B. Google Authenticator, Sophos Authenticator oder OTP Auth).
- Geben Sie den generierten Code ein und bestätigen Sie.
Nach der Aktivierung erhalten Sie einen Backup-Code. Bewahren Sie diesen sicher auf - er dient als Notfallzugang, falls Sie Ihr Smartphone verlieren.
2FA fĂźr alle Konten erzwingen
Administratoren kÜnnen die Zwei-Faktor-Authentifizierung systemweit verpflichtend machen. In diesem Fall muss jede Person bei der nächsten Anmeldung 2FA einrichten, bevor sie auf SecureCloud zugreifen kann. Wenden Sie sich an den SecureCloud-Support, um diese Einstellung zu aktivieren.
Empfehlung: Erzwingen Sie 2FA fĂźr alle Konten â insbesondere in Umgebungen mit sensiblen oder personenbezogenen Daten.
đ Freigabe-Links absichern
Freigabe-Links (Download- und Upload-Links) ermĂśglichen es, Dateien und Ordner mit externen Personen zu teilen, die kein eigenes SecureCloud-Konto benĂśtigen. FĂźr die Compliance sind folgende Einstellungen relevant:
Passwortschutz fĂźr Freigabe-Links
- Passwort erzwingen: Stellen Sie systemweit ein, dass jeder Freigabe-Link ein Passwort haben muss. So verhindern Sie, dass ungeschĂźtzte Links entstehen.
- Mindestlänge: Legen Sie eine Mindestlänge fßr das Link-Passwort fest (empfohlen: mindestens 8 Zeichen).
- Komplexitätsanforderungen: Analog zu den KontopasswĂśrtern bestimmen Sie die erforderliche Passwortstärke (Stufe 1â4).
Empfehlung: Erzwingen Sie PasswÜrter fßr alle Freigabe-Links und setzen Sie die Stärke auf mindestens Stufe 3.
Ablaufdatum fĂźr Freigabe-Links
- StandardmäĂiges Ablaufdatum: Legen Sie eine StandardgĂźltigkeitsdauer fĂźr alle neuen Freigabe-Links fest (z. B. 30 Tage). Damit kann niemand mehr einen Link ohne Ablaufdatum erstellen.
- Manuelles Ablaufdatum: Unabhängig von der Systemeinstellung geben Sie beim Erstellen eines Links auch ein individuelles Ablaufdatum an.
Empfehlung: Konfigurieren Sie ein standardmäĂiges Ablaufdatum, damit keine dauerhaft gĂźltigen Links im Umlauf bleiben.
Nur-Vorschau-Option
Beim Erstellen eines Download-Links aktivieren Sie die Option âNur Vorschau erlaubt". Empfangende kĂśnnen die Dateien dann nur online ansehen, aber nicht herunterladen. Das ist besonders nĂźtzlich fĂźr vertrauliche Dokumente, die nicht lokal gespeichert werden sollen.
Einschränkung ßber Benutzer-Rollen
Ăber die Rollen steuern Sie, ob bestimmte Personengruppen Ăźberhaupt Freigabe-Links erstellen dĂźrfen. Setzen Sie die Berechtigung âErlaubt das Generieren von Download-Links" und âErlaubt das Generieren von Upload-Links" gezielt auf âNein", um die Linkfreigabe fĂźr bestimmte Rollen zu unterbinden. Dies ist fĂźr Benutzer und einzelne Bibliotheken mĂśglich.
đ VerschlĂźsselung
TransportverschlĂźsselung
SecureCloud verschlĂźsselt jegliche Kommunikation Ăźber das TLS-Protokoll â den gleichen Sicherheitsstandard, den auch Banken fĂźr Online-Banking einsetzen. Damit schĂźtzt SecureCloud Ihre Daten während der gesamten Ăbertragung.
Ende-zu-Ende-VerschlĂźsselung (Zero-Knowledge)
Sie kĂśnnen einzelne Bibliotheken zusätzlich Ende-zu-Ende verschlĂźsseln. In diesem Fall verschlĂźsselt SecureCloud die Inhalte bereits auf Ihrem Endgerät, bevor die Daten an den Server Ăźbertragen werden. Das Passwort verlässt dabei niemals Ihren Rechner â deshalb spricht man von âZero-Knowledge": Selbst SecureCloud kennt Ihr Passwort nicht.
Wichtige Punkte zur Ende-zu-Ende-VerschlĂźsselung:
- Auch Administratoren haben keinen Einblick in die Inhalte verschlĂźsselter Bibliotheken.
- Niemand kann das Passwort wiederherstellen â weder Sie noch der Administrator.
- VerschlĂźsselte Bibliotheken lassen sich nicht per anonymem Link (Download-/Upload-Link) freigeben.
VerschlĂźsselung gespeicherter Daten
Unabhängig davon, ob Sie die Ende-zu-Ende-Verschlßsselung nutzen, speichert SecureCloud alle Daten zusätzlich verschlßsselt auf den Servern. Zum Einsatz kommt dabei eine starke 256-Bit-Verschlßsselung nach dem international anerkannten AES-Standard.
đĽ Rollen und Berechtigungssteuerung
Mit Rollen steuern Sie granular, welche Funktionen einer Person zur VerfĂźgung stehen. SecureCloud kennt zwei vordefinierte Rollen:
- Standard: Voller Funktionsumfang.
- Gast: Stark eingeschränkt â nur Zugriff auf freigegebene Inhalte Ăźber das Webinterface.
Im Advanced- oder Enterprise-Paket erstellen Sie individuelle Rollen mit folgenden Optionen:
| Berechtigung | Beschreibung |
|---|---|
| Bibliotheken selbst anlegen | Erlaubt das Erstellen eigener Bibliotheken |
| Gruppen hinzufĂźgen | Erlaubt das Anlegen von Gruppen |
| Tab âFĂźr alle freigegeben" anzeigen | Zeigt die Organisationsbibliotheken an |
| Nach Personen suchen | Erlaubt das Auffinden anderer Konten |
| Download-Links generieren | Erlaubt das Erstellen von Download-Links |
| Upload-Links generieren | Erlaubt das Erstellen von Upload-Links |
| E-Mails mit Freigabe-Links versenden | Erlaubt den E-Mail-Versand von Freigabe-Links |
| Gäste einladen | Erlaubt das Einladen externer Personen |
| Verbindung mit mobilen Apps | Erlaubt die Nutzung der Android-/iOS-App |
| Verbindung mit Desktop-Clients | Erlaubt die Nutzung des Sync- oder Drive-Clients |
Empfehlung: Arbeiten Sie nach dem Prinzip der geringsten Berechtigung â vergeben Sie nur die Rechte, die eine Person fĂźr ihre Aufgabe tatsächlich benĂśtigt.
Wenden Sie sich an den SecureCloud-Support, um individuelle Rollen einrichten zu lassen.
đ Audit-Protokolle
SecureCloud protokolliert alle Aktivitäten in einem Audit-Log (PrĂźfprotokoll). Administratoren nutzen diese Funktion, um jede Aktion nachzuvollziehen â eine zentrale Anforderung fĂźr die DSGVO-Compliance.
Protokolle fĂźr alle Konten einsehen
- Melden Sie sich als Administrator im Webinterface an.
- Navigieren Sie zum Administrationspanel (Avatar-Icon â âAdministration").
- Klicken Sie im linken MenĂź auf âProtokolle".
- Filtern Sie nach Datei-Zugriff, Datei-Ănderungen oder Rechteänderungen.
Protokoll fĂźr eine einzelne Datei einsehen
- Navigieren Sie zur gewĂźnschten Datei im Webinterface.
- Klicken Sie auf den Pfeil neben dem Dateinamen.
- Wählen Sie âNutzungsdaten".
Sie erhalten anschlieĂend eine Ăbersicht aller Zugriffe auf diese Datei â inklusive Person, Zeitpunkt und Art der Aktion.
Empfehlung: PrĂźfen Sie die Audit-Protokolle regelmäĂig, um ungewĂśhnliche Zugriffsmuster frĂźhzeitig zu erkennen.
đ˘ Rechenzentrum und Datenstandort
FĂźr Compliance-Anforderungen (DSGVO, NIS2, branchenspezifische Regulierung) ist der Datenstandort Deutschland entscheidend:
- SecureCloud betreibt alle Server ausschlieĂlich in deutschen Rechenzentren (Noris Network AG) â ohne weitere Dienstleister.
- SecureCloud speichert alle Daten pro Kunde auf mindestens 3 verschiedenen Festplatten gleichzeitig.
- Auf Wunsch lagert SecureCloud Teile der Daten in einem anderen Brandschutzabschnitt oder Rechenzentrum (räumlich getrennte Speicherung gemäà BSI-Vorgaben) aus.
Zertifizierungen
SecureCloud verfĂźgt Ăźber folgende Zertifizierungen und Testate:
- ISO 27001:2022 â Informationssicherheitsmanagementsystem
- BSI C5 â Cloud-Sicherheitstestat des Bundesamts fĂźr Sicherheit in der Informationstechnik
- Trusted Cloud Service Certified
- CIS-konforme IT-Systeme
- DSGVO-konforme LĂśsung
- NIS2-Ready
Entsprechende Nachweise fordern Sie beim SecureCloud-Support an.
Auftragsdatenverarbeitungsvertrag (AVV)
SecureCloud bietet Unternehmen, Vereinen und Organisationen einen AVV nach deutschem Recht an. Wenden Sie sich an den Support, um einen vorgefertigten AVV-Vertrag zu erhalten. Ob ein AVV in Ihrem Fall erforderlich ist, klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.
đ Netzwerk- und Systemsicherheit
SecureCloud setzt umfassende SchutzmaĂnahmen auf Netzwerk- und Systemebene ein:
- Firewall- und Router-Technologien schĂźtzen vor unberechtigten Zugriffen.
- Systeme zur Angriffserkennung und -abwehr ßberwachen den Datenverkehr und blockieren verdächtige Aktivitäten automatisch.
- RegelmäĂige Sicherheitsaudits und Schwachstellen-Scans decken potenzielle Risiken frĂźhzeitig auf.
- Zeitnahes Patch-Management stellt sicher, dass alle Systeme regelmäĂige Updates erhalten. Bei kritischen SicherheitslĂźcken reagiert SecureCloud schnellstmĂśglich.
â
Compliance-Checkliste
Nutzen Sie diese Ăbersicht, um sicherzustellen, dass alle relevanten Einstellungen in Ihrer SecureCloud-Umgebung korrekt konfiguriert sind:
| MaĂnahme | Empfohlene Einstellung | Zuständig |
|---|---|---|
| Passwort-Mindestlänge (Konten) | ⼠10 Zeichen | Administrator / Support |
| Passwortkomplexität (Konten) | Stufe 3 (3 von 4 Zeichentypen) | Administrator / Support |
| Zwei-Faktor-Authentifizierung | FĂźr alle Konten erzwingen | Administrator / Support |
| Passwort fĂźr Freigabe-Links erzwingen | Ja | Administrator / Support |
| Passwort-Mindestlänge (Freigabe-Links) | ⼠8 Zeichen | Administrator / Support |
| Ablaufdatum fĂźr Freigabe-Links | StandardmäĂig z. B. 30 Tage | Administrator / Support |
| VerschlĂźsselung sensibler Bibliotheken | Ende-zu-Ende-VerschlĂźsselung aktivieren | Alle Nutzenden |
| Rollen nach Prinzip der geringsten Berechtigung | Individuelle Rollen definieren | Administrator / Support |
| Audit-Protokolle regelmäĂig prĂźfen | WĂśchentlich oder monatlich | Administrator |
| AVV abschlieĂen | Ja (bei Verarbeitung personenbezogener Daten) | GeschäftsfĂźhrung / DSB |
Hinweis: Einige der oben genannten Einstellungen (z. B. Passwortrichtlinien, erzwungenes Ablaufdatum, erzwungene 2FA) konfiguriert der SecureCloud-Support auf Anfrage serverseitig. Wenden Sie sich an den Support, um diese Einstellungen fĂźr Ihre Umgebung zu aktivieren.
Updated 29 days ago